Kein Schmarren: Kaiserschmarrn

Es begann bei einem Treffen in Graz. Mit den Genussligaladys Fenna Williams und Gitta Edelmann war ich in einem Lokal in der Altstadt und es kam die Sprache auf einen Nachtisch. „Was ist ein Kaiserschmarrn?“ Etwas ausgesprochen Gutes! „Und du kennst das Rezept? Das musst du unbedingt für die Genussliga schreiben!“ Nur schwer kann man Fenna so einen Wunsch abschlagen.

Die Österreicher benutzen das Wort „Schmarrn“ gerne als Synonym für Unsinn oder Blödsinn – vor allem, wenn jemand diesen lautstark von sich gibt als Erwiderung („So ein Schmarrn!“) – und auch für Nichtgelungenes.

Viele Legenden ranken sich um die Entstehung des Kaiserschmarrns. Von Palatschinken, die nichts geworden sind („Ach, bringen Sie den Schmarrn hinaus!“) über die figurbewusste Sissi, die den Schmarrn nicht wollte – im Gegensatz zu ihrem Gemahl – bis zu einer armen Bäuerin, die nichts zuhause hatte außer Eier, Mehl und Milch, als der Kaiser sich bei einer Jagd verirrte (und sie nur einen Schmarrn machen konnte). Eines haben sie alle gemeinsam – Kaiser Franz Josef I. mochte den süßen Schmarrn unheimlich gerne.

Die Zutaten

Kein Wunder also, wenn sich dieses Gericht in jedem besseren österreichischen Kochbuch findet. Selbst in der Schulzeit wird schon an diesem Gericht das Kochen gelernt. Und auch in unserem Haushalt gibt es das Gericht immer wieder mal schnell am Abend. Weil Eier, Mehl und Milch hat man halt zuhause. Und es geht schnell. Und es schmeckt gut.

Als mein älterer Sohn das Rezept – so wie unten angegeben – zuhause machte, führte das aber zu einem Problem. Nicht, dass die Küche ein Saustall geworden wäre. Viel schlimmer! Mein jüngerer Sohn lobte ihn über den Klee: Das sei der beste Kaiserschmarrn, den er je gegessen hätte. Zum Leidwesen meiner Frau, die dreinschaute, als hätte sie in eine Zitrone gebissen.

Zutaten für eine Portion (einfach beliebig vervielfachen):

2 Eier
120 g glattes Mehl
Salz
3/16 l Milch
Fett oder Butter zum Backen
Staubzucker zum Bestreuen

Und so wird’s gemacht:

Die Eier trennen.

 

Das Eiklar mit einer Prise Salz steifschlagen.

 

Das Mehl mit der Milch verrühren, bis ein glatter Teig entsteht.

Dann die Dotter untermischen.

Am Schluss den Schnee vorsichtig unterheben.

Dann den Teig fingerdick in eine befettete Gusseisenpfanne gießen und langsam auf beiden Seiten backen.

 

Mit zwei Gabeln in kleine Stücke reißen.

 

 

 

 

 

 

Vor dem Servieren mit Staubzucker bestreuen.

 

 

 

 

 

 

Dazu kann man Apfelkompott oder Zwetschgenröster servieren.

Variationen: Man kann in den Teig etwas Kristallzucker mischen, bevor man den Teig wendet, damit dieser karamellisiert.

 

 

 

 

 

 

Auch die Variante, auf den Teig frische Brombeeren zu geben, kenne ich.

Leben ist Genuss des Augenblicks!

Ihr
Ludwig Sass

O, Ludwig, was hast Du getan? Gitta und Fenna sind jetzt süchtig und haben hier keinen guten Dealer. Mit dem Rezept können wir jetzt allerdings überbrücken, bis wir Dich wiedersehen …

Mehr über Ludwig Sass:
Ludwig Sass: https://www.facebook.com/ludwig.sass?ref=ts&fref=ts

Eine Kurzgeschichte von Ludwig Sass findet sich hier:
http://www.amazon.de/Auf-Sonnenseite-Schreibens-Jahre-Schreibsalon/dp/373475738X/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1462790076&sr=8-1&keywords=Auf+der+Sonnenseite+des+Schreibens

Kontakt: ravenderon@hotmail.com

Alle Fotos (außer das von Ludwig Sass und Gitta Edelmann) sind von Ludwig Sass

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.