Flüssiges Gold in der Tasse – und wie es entsteht

Sie wollten schon immer mal wissen, wie Ihre Lieblings-Tee-Mischung eigentlich entstanden ist? Welchen Weg eine Geschmacks-Idee zum neuen Tee nimmt? Hier bekommen Sie einen kleinen Einblick hinter die Kulissen von Teehaus Bachfischer in Regensburg, einer echten Tee-Manufaktur.

Das Teehaus im Herzen von Regensburg

Das Teehaus in der Regensburger Innenstadt mischt rund 180 Tee-Sorten aus dem hauseigenen Sortiment selbst. Alle Tees sind Eigenkreationen und die Rezepte deshalb auch streng geheim. Während sich im Erdgeschoss gerade eine Kundin auf der Suche nach einem leckeren Früchtetee beraten lässt, begeben wir uns in den zweiten Stock: Hier befinden sich das Tee-Lager und die Manufaktur.

In den drei Lagerräumen stehen etliche blaue Tonnen, braune und weiße Säcke, hölzerne Teekisten – und, wie das duftet! Hier lagert Tee aus allen Teilen der Welt. Grüner Sencha aus Japan, Rotbusch-Tee aus Afrika, Pu Erh aus China, Darjeeling aus Sri Lanka oder Mate aus Südamerika. Quasi ein Spaziergang durch die ganze Welt des Tees auf nur ein paar hundert Quadratmetern.

Das Lager

Gleich nebenan sind die beiden Mischräume. Vom hauseigenen Teeaufzug bis zur selbst konstruierten Mischmaschine sind hier alle Gerätschaften exakt auf die Regensburger Manufaktur zugeschnitten. 3-4 Teesorten werden täglich gemischt, in der winterlichen Tee-Hochsaison manchmal sogar bis zu zehn Sorten. Heute dürfen wir die Mischung des Grüntees „Sunrise“ beobachten – 20 Kilo feinster Tee.

Die Grundlage für jeden guten Tee sind hochwertige Bestandteile: Von erlesenen Teeblättern bis zu biologischen Zutaten und feinsten Aromen. „Wir verkosten Hunderte Teesorten, bevor wir uns jedes Jahr neu für die besten entscheiden können“, erklärt Tea-Taster Johann Bachfischer. Qualitäts-Grüntee aus China ist auch die Grundlage für den „Sunrise“, dazu kommen Ananas-Stücke, Rosen-, Kornblumen-und Sonnenblumenblätter sowie Aromen aus Mangos und besonders feines Bergamottöl.

Tee-Verkostung – ein feiner Gaumen ist gefragt

Mischer Michael wiegt dazu erst die Zutaten genau ab, füllt sie in die Misch-Trommel Nummer 3 (speziell für fruchtige Tees) und spannt diese dann in die Maschine ein. Die flüssigen Aromen werden ganz zum Schluss gleichmäßig über die Tee-Mischung verteilt, bevor Michael die Trommel schließt und den ON-Knopf drückt: Nun dreht sich die Mischtrommel vier Minuten lang – seeeehr langsam. Wieso? Michael erklärt: „die Mischtonnen sind extra nicht zu groß, damit die Teeblätter sanft fallen und nicht an einer zu großen Fallhöhe zerbrechen.“ Außerdem sollen sich die Zutaten schonend und sanft vermischen können. Nach der Endkontrolle geht der Tee in den Verkauf – und ein Probemuster davon kommt ins Archiv.

In der Mischtrommel

„Eine unserer ersten eigenen Mischungen war der „Haustee Earl Grey“ – das ist inzwischen schon fast 30 Jahre her“, erinnert sich Johann Bachfischer. Das Rezept dieses edlen Schwarztees hat sich seitdem allerdings nicht verändert, inzwischen wurde der Tee zum Klassiker.

Genauso wie die Qualität der Tees muss dabei auch die der Zutaten stimmen: Große Hersteller können bei der Massenproduktion natürlich nicht so sorgfältig auf Qualität und Handarbeit achten. Im Teehaus Bach Fischer haben 80 % der verwendeten Zutaten ein Bio Siegel: von den Orangenschalen bis zu den Brombeerblättern. Aus einigen Früchten lassen sich natürliche Öle herstellen – zum Beispiel aus der Mandarine oder der Limette. Ist das nicht möglich, werden Aromen gewonnen (zum Beispiel aus Erdbeeren). Die dritte Möglichkeit ist die Verwendung von naturidentischen Aromen: Da gibt es zum Beispiel Sahne- oder Rum-Aroma zum Verfeinern von Teemischungen. „Auch wenn der Begriff ‚Aroma‘ wirklich keinen guten Ruf hat – eigentlich ganz unverdient – ist seine Bedeutung für manche Tees wichtig“, so Johann Bachfischer. „Künstliche oder gar chemische Inhaltsstoffe kommen selbstverständlich nicht in die Tee-Tüte.“ In den Tee darf nur die Crème de la Crème. „Oft koste ich mich durch fast 20 verschiedene Fruchtöl-Proben, bis ich mich für das schmackhafteste und passendste entscheide.“ Denn am Ende soll der Tee nicht nur gesund und lecker sein, sondern sich auch im Gesamtbild geschmacklich ergänzen.

Ein Tee wird kreiert

Am Anfang steht die Idee: Inspirationen holt sich der Tea-Taster unter anderem aus der Küche: Welche Gewürz-oder Fruchtkombinationen passen gut zusammen? Welcher Geschmack ergänzt sich perfekt? Welche Wirkung soll der Tee haben? Nach was soll er schmecken? Dass der Tee dann am Ende nicht nur vorzüglich schmeckt, sondern auch lecker aussieht, ist das i-Tüpfelchen einer neuen Teekreation.

Wie sich eine solche Idee zum Tee entwickelt? Auf der Suche nach einer sommerlichen Teemischung stand beispielsweise vorerst nur fest, dass es ein Tee mit Granatapfel werden sollte. „Als Gegenstück zum Granatapfel mischten wir ihn mit Kirsch – und der Geschmack überzeugte uns“, sagt der erfahrene Tea-Taster. Dazu passte dann Weißer Tee mit seinem sanften Geschmack und dem belebenden Koffein. Jahrelange Erfahrung durch Probetrinken zahlt sich hier aus. Das i-Tüpfelchen? Rosenblätter – und fertig ist er, der edle und doch fruchtige Sommertee „Granatapfel Kirsch“.

Diverse Zutaten …

In der Tasse Tee, die bei Ihnen zu Hause dampft und duftet, steckt also eine große Menge Sorgfalt: Der Entstehungsprozess – von der ersten Überlegung bis zum Mischen – verlangt größtes Fingerspitzengefühl. So wird der Tee zum sinnlichen Erlebnis: Ob heiß und wärmend oder als kühlender Eistee, ob schwarz oder grün, fruchtig oder mit leckeren Kräutern – er ist immer ein feiner Genuss für jeden Teeliebhaber!

Leben ist Genuss des Augenblicks

Ihre
Sandra Bachfischer

Die Damen von der Genussliga bedanken sich sehr herzlich bei Sandra Bachfischer für diese interessanten Einblicke in die Teeherstellung und die Fotos dazu, und gehen jetzt gleich mal eine Tasse Tee trinken.

Und hier können auch Sie im Online-shop Ihren Lieblingstee bestellen:

https://teehaus-bachfischer.de/

 

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