Lust und Frust – oder: Viagra unterm Weihnachtsbaum

„Löst sich Viagra im Kaffee auf?“ Ich stoße weiter auf die blaue Tablette im Mörser ein.

  1. Dezember, Weihnachten im Hause Gungl. Ein Schelm, der jetzt unzüchtig denkt! Ich arbeite schließlich ohne Pause am perfekten Mord, wie es sich für eine Krimiautorin gehört.

„Hab ich probiert, funktioniert nicht“, ruft mein Schwager über die Kaffeetasse gebeugt, seines Zeichens Arzt. „Probieren wir es mit dem Milchschaum.“

Foto: P. Gungl

Was soll ich sagen – wir haben es geschafft, dem fiktiven Opfer unbemerkt Viagra unterzujubeln. Das waren wohl die lustigsten Weihnachten im Familienkreis meines Lebens und der genaue Mordvorgang fand in meinem ersten Krimi „Diabolische List“ sein Zuhause.

http://www.gmeiner-verlag.de/frauen/titel/964-diabolische-list.html

Dieses Jahr greife ich zu brachialen Mitteln – eine Christbaum-Lichterkette. Natürlich nur in „TANNENGLÜHEN“, wo die hartgesottene Strafverteidigerin Franziska Ferstl auf ihre Art mit Weihnachten fertig wird. Immerhin liegt eine Männerleiche unterm Tannenbaum ihrer Kanzlei und die Lichterkette trägt nicht unwesentlich dazu bei, dass jener Mann an Heiligabend im Kreise seiner Familie fehlt.

Foto: P. Gungl

Es werden große Erwartungen in dieses Fest gesetzt – nicht weniger als das Ideal einer „heilen Familie“ gilt es zu erreichen. Kein Wunder, wenn dabei die Emotionen hochkochen. Genaue Zahlen gibt es nicht, doch werden bekanntlich zu den Weihnachtsfeiertagen vermehrt Gewalttaten im Familienkreis verübt. Oft ist Alkohol der Auslöser. Deshalb: Vorsicht mit Punsch & Co, damit wir auch nächstes Jahr wieder dabei sind, wenn es heißt: Wer überlebt das alles?

Foto: P. Gungl

Habe ich endgültig den Eindruck erweckt, ich hätte etwas gegen Weihnachten? Das Gegenteil ist der Fall – Weihnachten ist lebensnotwendig!

Foto: P. Gungl

Stellen Sie sich den Winter ohne Lichterketten, Weihnachtskekse und Geschenke vor: durchgehende Düsternis von Oktober bis März. Entsetzlich wäre das. Dann doch lieber Lichterzauber mangels echtem Schnee, nicht wahr?

Zugegebenermaßen hat Weihnachten mittlerweile den Vorlauf einer Fußballweltmeisterschaft. Die Supermärkte verkaufen bereits im Juli Lebkuchen und ab August gibt es dazu passend Lametta.

Vielleicht schütteln Sie jetzt entrüstet den Kopf?

Es gibt immer auch eine positive Seite: Ich musste mit meinem Weihnachtskrimi schließlich ebenfalls bereits im Juli starten und war für jede Hilfe dankbar – mühelos konnte ich mir bei +35°C klirrenden Frost und eisige Winde herbeischreiben, indem ich Lametta an den Sonnenschirm hängte und mir abwechselnd Lebkuchen und Eierlikörkugeln in den Mund schob.

Eierlikörkugeln! Verdammt klebrig, diese Dinger, schlecht für die Tastatur meines Laptops, aber was für eine Gaumenfreude, vor allem jene nach meinem persönlichen Spezialrezept hergestellten Zuckerbomben. Die Geheimzutat ist der hausgemachte Eierlikör – da kann kein gekaufter mithalten, versteht sich. Und jetzt Achtung: die Hülle! Meine Kugeln werden nämlich nicht in Kokosraspeln gewälzt, sondern in gemahlenem Mohn. Das sollten Sie unbedingt mal probieren – das genaue Rezept findet sich in „TANNENGLÜHEN“ im Anhang. Dazu noch Franziskas luxuriösen Gewürzglühwein schlürfen – und Weihnachten kann jederzeit kommen.

Hicks.

Ich wollte sagen: Frohes Fest!

Foto: P. Gungl

Die Genussliga-Damen bedanken sich herzlich bei Petra Gungl für diesen Artikel und passen das nächste Mal genau auf, was sich alles in einer Tasse Kaffee befindet, die sie uns anbietet …

Und hier gibt es Informationen, was aus den Recherchenersuchen mit Viagra & Co geworden ist, kann das hier erfahren: http://www.petrakgungl.com

 

 

 

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