Drei Wahrheiten über Katzen

Von vielen heiß geliebt, doch oft auch missverstanden. Vieles, was man landläufig über Miezen munkelt, entspricht nicht den Tatsachen.

Vorurteil Nummer eins: Katzen sind hinterhältig.

Das kann nur jemand sagen, der sich nicht auskennt. Da hören wir dann Klagen wie: „Da liegt sie so faul und pennt vor sich hin und wedelt auch noch mit dem Schwanz, während ich ihr den Bauch streichle, und auf einmal beißt und kratzt sie mich – OHNE VORWARNUNG! So was Hinterhältiges!“

FALSCH! Seeeehr falsch, kann ich da nur sagen. Ohne Vorwarnung? Weit gefehlt! Der arme, gebissene und zerkratzte Mensch konnte die Warnsignale nur nicht richtig deuten. Eine Katze ist nämlich kein Hund, das heißt, wenn sie mit dem Schwanz wedelt, dann ist das keineswegs ein Freudenzeichen. Sondern eine Warnung: LASS MICH IN RUHE!!!

Meine Bücher!

Meine Bücher!

Abgesehen davon, dass wir es auch nicht schätzen würden, wenn wir unvermittelt von Wildfremden aus unserem wohlverdienten Nickerchen gerissen würden und man eine schlafende Katze auch eine solche – nämlich schlafend – sein lassen soll, gibt es verschiedene Stufen des Unmuts, den eine Katze mittels ihres Schwanzes ausdrücken kann.

Felix in der Olive

Felix in der Olive

Stufe eins: leicht genervt. Hier bewegt sich nur die äußerste Spitze des Schwanzes leicht hin und her.

Stufe zwei: ziemlich genervt. Ungefähr die Hälfte des Schwanzes wedelt in einem gewissen Tempo auf und ab. Hier ist der störende Mensch meistens fälschlicherweise begeistert über die Reaktion auf seine Störaktion.

Stufe drei: Der gesamte Schwanz peitscht schnell und heftig auf und ab. Zugleich zucken die Ohren, die Katze öffnet die Augen, schielt nach den nervigen Händen, überlegt noch, ob es sich lohnt, aufzubegehren oder ob der Störenfried es nicht doch – angesichts ihrer deutlichen Warnung – bald sein lässt, sie weiter zu ärgern. Es gibt eine letzte Chance – ungefähr für zehn bis zwanzig Sekunden. Dann werden Krallen und Zähne ausgefahren. Eventuell sagt ein Fauchen: „Ich hab dich gewarnt, aber du wolltest es ja nicht anders!“, dann geht die Katze entweder zum Angriff über oder erhebt sich und stolziert mit verächtlichem Blick von dannen.

Jetzt langt's!

Jetzt langt’s!

Glückwunsch – die Katze wurde erfolgreich verärgert. Mit Ankündigung. Von diesen Beispielen gäbe es noch mehrere, aber belassen wir es dabei und widmen uns dem

Vorurteil Nummer zwei: Katzen sind Einzelgänger.

Klare Ansage: Sind sie nicht. Zumindest die meisten.
Auch wenn Katzen zugegebenermaßen große Individualisten sind, die viel Wert auf ihre Ruhe, ihren Freiraum und ihre Intimsphäre legen, so wissen sie gute Gesellschaft dennoch zu schätzen. Auch im Reich der Großkatzen zeigt sich das Rudeltier, man denke nur an die straff durchorganisierten Löwenfamilien der afrikanischen Savanne.

Du bist aber groß!

Du bist aber groß!

Auch unsere Hauskatzen leben lieber unter Artgenossen als allein mit uns. In der Regel integrieren sie Neuankömmlinge relativ schnell in die bestehende Gruppe, zumindest ist das meine persönliche Erfahrung mit meinen wechselnden „Rudel“-Mitgliedern.

Komm kuscheln!

Komm kuscheln!

Ausnahmen bestätigen leider die Regel, dennoch kann man es in den unterschiedlichsten Situationen beobachten: Katzen sind durchaus gesellig, wenn man es ihnen ermöglicht, solange sie nur die Möglichkeit bekommen, sich bei Bedarf zurückzuziehen und für sich zu sein.

Freunde

Freunde

Dabei ist die Möglichkeit auf Freigang natürlich nicht zu unterschätzen, aber es funktioniert auch im Haus.

Hab dich sooo lieb!

Hab dich sooo lieb!

Ach ja – das Haus. Das bringt mich zu

Vorurteil Nummer drei: Katzen binden sich mehr an ihre Umgebung als an ihren Menschen.

Was für ein hanebüchener Quatsch! Verzeihung, aber das musste mal so klar gesagt werden! Es mag ja sein, dass das zu Zeiten, in denen Bauernhofkatzen kaum menschliche Zuwendung erhielten, von Futter ganz zu schweigen, die Bindung an das einzig sichere – nämlich das Dach überm Kopf – Vorrang vor dem zweibeinigen Mitbewohner hatte.

Aber eine Katze, die ein gutes Verhältnis zu ihrem Dosenöffner pflegt, von ihm geliebt, gestreichelt und gefüttert wird, die ihre Abende auf seinem Schoß und ihre Nächte auf seinem Kopfkissen verbringt, wird sich kaum darum scheren, wo das alles stattfindet.

Wachsen ist anstrengend!

Wachsen ist anstrengend!

Ich selbst habe mit wechselnden Katzen schon mehrere Umzüge hinter mich gebracht. Keine von ihnen hat dem früheren Heim auch nur einmal hinterher miaut. Hauptsache, sie konnten auch in der neuen Bleibe mit mir kuscheln und bei mir im Bett schlafen (ja, das dürfen sie, wenn sie wollen! Aus die Maus!).

Klassischer Mäusefang

Klassischer Mäusefang

Hauptsache, man lässt ihnen genügend Zeit, sich einzugewöhnen, ehe man an Freigang denkt, damit sie sich orientieren können und wieder nach Hause finden, wenn der Eroberungsdrang sie eine Querstraße oder einen Feldweg weiter gelockt hat.

Schmeckt das, was du schreibst?

Schmeckt das, was du schreibst?

So. Immer noch Fragen zu hinterhältigen, eigenbrötlerischen und beziehungsunfähigen Samtpfoten? Nur zu, ich widerlege sie euch gerne! Denn auf meine Lieblinge lasse ich nichts kommen! Was das mit der Genussliga zu tun hat? Seht euch mal die Fotos an und sagt mir ganz ehrlich: Sind das keine Genießer???
Miau!

Arbeite nicht so viel!

Arbeite nicht so viel!

Fenna, Rheina und Zazie bedanken sich herzlich bei Laura Gambrinus für diese aufschlussreichen An- und Einsichten!

Lektüre hierzu:
Colette: Die Katze aus dem kleinen Café.
Unionsverlag, http://www.unionsverlag.com/info/title.asp?title_id=2653

Wer ein Herz für Katzen hat und ihnen gerne hilft, dem seien diese Organisationen ganz besonders empfohlen:
https://www.facebook.com/LulluToertchen/
https://www.facebook.com/dingo.onlus/

4 Gedanken zu „Drei Wahrheiten über Katzen

  1. Marcus

    Katzen sind das Beste. Gemütlich, treu, sanftmütig, verschmust und manchmal einfach zum Lacheln. Naja, manchmal auch verfressen, aber sie machen das schon wieder gut mit ein paar „Schnurr-Einheiten“ 🙂
    Tolle Bilder. Danke für den Artikel.

    LG
    Marcus

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  2. Debbie Hubbard

    Danke für deine Katzen-Verteidigung — obwohl ich ganz auf deiner Seite stehe, ist es schön, die Erklärungen für Katzen-Nichtkenner zu lesen. Ich kann mit Vergnügen alle deine Aussagen bestätigen!

    Antworten

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